Nitrat (NO₃)
Nitrat (NO₃) gehört zu den wichtigsten Makronährstoffen im Pflanzenaquarium. Es versorgt Wasserpflanzen mit Stickstoff, den sie unter anderem für den Aufbau von Proteinen, Enzymen, Chlorophyll und neuer Pflanzenmasse benötigen. Gerade in stark bepflanzten Aquarien kann der durch Fischbesatz und Fütterung entstehende Stickstoffbedarf schnell nicht mehr ausreichen.
PEP empfiehlt deshalb, Nitrat nicht möglichst knapp zu halten, sondern Pflanzen zuverlässig und kontinuierlich mit Stickstoff zu versorgen. Als Richtwert für ein gut bepflanztes Aquarium orientieren wir uns an etwa 20 bis 25 mg/l NO₃.
Warum benötigen Aquarienpflanzen Nitrat?
Stickstoff ist ein elementarer Bestandteil pflanzlichen Wachstums. Ohne ausreichende Stickstoffversorgung können Wasserpflanzen keine gesunde neue Pflanzenmasse aufbauen. Nitrat ist dabei eine der wichtigsten Stickstoffquellen im Aquarium und lässt sich mit handelsüblichen Wassertests vergleichsweise einfach bestimmen.
Ein Teil des Stickstoffs gelangt automatisch über Futter, Ausscheidungen der Tiere und den Abbau organischer Stoffe ins Aquarium. In Aquarien mit vielen schnell wachsenden Pflanzen, stärkerer Beleuchtung und guter CO₂-Versorgung kann dieser natürliche Eintrag jedoch deutlich geringer sein als der tatsächliche Verbrauch der Pflanzen.
In solchen Becken kann eine zusätzliche Nitratdüngung notwendig werden, damit Stickstoff nicht zum limitierenden Faktor wird.
Wie hoch sollte Nitrat (NO₃) im Aquarium sein?
PEP orientiert sich bei gut bepflanzten Aquarien an einem Nitratwert von ungefähr 20 bis 25 mg/l NO₃. Dieser Bereich bietet den Pflanzen eine ausreichende Stickstoffversorgung und gleichzeitig eine gewisse Reserve, sodass der Nitratwert nicht schon bei erhöhtem Verbrauch sehr schnell in einen kritischen Bereich absinkt.
Dabei handelt es sich ausdrücklich um einen Richtwert und nicht um einen starren Sollwert. Es gibt Aquarien, die auch mit niedrigeren Konzentrationen problemlos funktionieren. Entscheidend ist jedoch nicht nur, ob Nitrat überhaupt messbar ist, sondern ob während der gesamten Zeit genügend Stickstoff für das vorhandene Pflanzenwachstum zur Verfügung steht.
Wie niedrig ist zu niedrig?
Ein häufiger Fehler besteht darin, einen messbaren Nitratwert automatisch als ausreichende Versorgung zu betrachten. Gerade in stark bepflanzten Aquarien können dauerhaft niedrige Werte bereits zu einer knappen Stickstoffversorgung führen, obwohl der Test noch Nitrat anzeigt.
Nach unserer praktischen Erfahrung können Werte im Bereich von etwa 10 bis 15 mg/l NO₃ in manchen gut bepflanzten Aquarien bereits zu niedrig sein. Je stärker Beleuchtung, CO₂-Versorgung und Pflanzenwachstum sind, desto wichtiger wird eine stabile Versorgung ohne größere Schwankungen.
PEP empfiehlt deshalb nicht, Nitrat möglichst nah an einer unteren Grenze zu halten. Ein stabiler Bereich von etwa 20 bis 25 mg/l schafft in den meisten gut bepflanzten Aquarien eine deutlich zuverlässigere Versorgung.
Was passiert bei Nitratmangel?
Wird Stickstoff zum limitierenden Faktor, verlangsamt sich das Pflanzenwachstum. Je nach Pflanzenart und Stärke des Mangels können unter anderem blassere oder gelblich werdende ältere Blätter, vermindertes Wachstum und ein insgesamt schwächerer Pflanzenbestand auftreten.
Besonders wichtig ist dabei das Liebigsche Minimumgesetz: Der knappste notwendige Faktor begrenzt das weitere Wachstum.
Fällt Nitrat beispielsweise sehr weit ab, können ausreichend vorhandenes Phosphat, Kalium und Mikronährstoffe diesen Stickstoffmangel nicht ausgleichen. Durch das gebremste Pflanzenwachstum sinkt gleichzeitig der Verbrauch der übrigen Nährstoffe. Dadurch können sich andere Stoffe im Wasser anreichern, obwohl sie ursprünglich gar nicht übermäßig zugeführt wurden.
Mehr zum Zusammenspiel der verschiedenen Nährstoffe findest du auf unserer Übersichtsseite Nährstoffe im Aquarium.
Nitrat und Algen
Ein hoher Nitratwert wird noch immer häufig automatisch mit Algenproblemen in Verbindung gebracht. In gut bepflanzten Aquarien ist diese einfache Schlussfolgerung jedoch meist nicht sinnvoll. Eine ausreichende Stickstoffversorgung fördert zunächst einmal das Wachstum der Wasserpflanzen.
Nach unserer langjährigen praktischen Erfahrung treten insbesondere Fadenalgen häufig in Verbindung mit einer zu knappen Nitratversorgung auf. Liegt NO₃ niedrig, kann es deshalb sinnvoll sein, den Wert auf etwa 20 bis 25 mg/l anzuheben und anschließend stabil zu halten.
Das bedeutet nicht, dass jeder Fall von Fadenalgen ausschließlich durch Nitratmangel verursacht wird. Algen können viele unterschiedliche Ursachen haben. Der Nitratwert sollte bei Fadenalgen jedoch immer mit überprüft und nicht vorschnell weiter abgesenkt werden.
Ist ein hoher Nitratwert schädlich?
Für ein Pflanzenaquarium gilt nicht automatisch: Je niedriger Nitrat, desto besser. Werte von 20 bis 25 mg/l liegen bewusst oberhalb dessen, was in vielen klassischen Aquarienempfehlungen früher als besonders niedrig angestrebt wurde.
Aus unserer Erfahrung besteht kein Grund, Nitrat aus Angst vor Algen künstlich auf sehr niedrige Werte zu begrenzen. Auch etwas höhere Konzentrationen führen nicht automatisch zu Algenproblemen.
Das bedeutet jedoch ebenfalls nicht, dass unbegrenzt viel Nitrat sinnvoll wäre. Eine Konzentration deutlich oberhalb des tatsächlichen Bedarfs bringt den Pflanzen keinen zusätzlichen Nutzen. Ziel sollte deshalb eine ausreichende und stabile Versorgung sein – nicht eine möglichst hohe Konzentration.
Nitrat immer zusammen mit den anderen Nährstoffen betrachten
NO₃ sollte nie isoliert bewertet werden. Gesundes Pflanzenwachstum benötigt gleichzeitig eine ausreichende Versorgung mit Phosphat (PO₄), Kalium (K), Eisen (Fe) und weiteren Mikronährstoffen und Spurenelementen.
Ebenso wichtig sind eine zur Pflanzenmasse passende Beleuchtung und eine zuverlässige CO₂-Versorgung. Ist einer dieser Faktoren stark limitiert, kann zusätzliches Nitrat allein das Pflanzenwachstum nicht verbessern.
Nitrat messen und richtig beurteilen
Der NO₃-Wert lässt sich mit handelsüblichen Tropfentests, Teststreifen oder elektronischen beziehungsweise photometrischen Messverfahren bestimmen. Für die praktische Düngung ist dabei vor allem die Entwicklung des Wertes interessant.
Ein einzelner Messwert zeigt nur eine Momentaufnahme. Sinnvoller ist es zu beobachten, wie stark Nitrat beispielsweise zwischen zwei Wasserwechseln oder Düngungen verbraucht wird. Dadurch lässt sich besser einschätzen, ob die aktuelle Stickstoffversorgung zum tatsächlichen Verbrauch des Aquariums passt.
Besonders in stark bepflanzten Aquarien sollte darauf geachtet werden, dass der Nitratwert nicht regelmäßig stark absinkt und anschließend wieder sprunghaft angehoben wird. Eine möglichst gleichmäßige Versorgung ist für gesundes Pflanzenwachstum meist sinnvoller.
PEP-Empfehlung für Nitrat (NO₃)
Als Ausgangspunkt für ein gut bepflanztes Aquarium empfehlen wir einen Nitratwert von ungefähr 20 bis 25 mg/l NO₃.
- Nitrat nicht absichtlich möglichst niedrig halten.
- Dauerhaft sehr niedrige Werte vermeiden.
- Bei starkem Pflanzenwachstum auf einen ausreichenden Nachschub achten.
- Bei Fadenalgen auch die Nitratversorgung überprüfen.
- NO₃ immer im Zusammenhang mit den übrigen Nährstoffen, CO₂ und Licht beurteilen.
Der ideale Wert kann von Aquarium zu Aquarium unterschiedlich sein. Die genannten 20 bis 25 mg/l sind deshalb als praxisorientierter Ausgangspunkt zu verstehen, mit dem sich eine Stickstofflimitierung in gut bepflanzten Aquarien zuverlässig vermeiden lässt.
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