Eisen (Fe)
Eisen (Fe) gehört zu den wichtigsten Mikronährstoffen im Pflanzenaquarium. Wasserpflanzen benötigen Eisen unter anderem für die Bildung von Chlorophyll, für Enzymprozesse und für ein gesundes Wachstum neuer Triebe und Blätter.
In der Aquaristik wird der Eisenwert häufig als praktischer Orientierungswert für die gesamte Mikronährstoffversorgung verwendet. PEP empfiehlt für gut bepflanzte Aquarien ungefähr 0,1 mg/l Fe als Richtwert.
Warum benötigen Aquarienpflanzen Eisen?
Eisen ist für zahlreiche Stoffwechselvorgänge notwendig. Besonders wichtig ist es für die Bildung von Chlorophyll und damit indirekt für die Photosynthese. Ohne ausreichende Eisenversorgung können Pflanzen keine gesunden neuen Blätter und Triebe entwickeln.
Obwohl Wasserpflanzen nur vergleichsweise kleine Mengen Eisen benötigen, gehört es zu den Nährstoffen, bei denen ein Mangel relativ schnell sichtbar werden kann.
Wie hoch sollte Eisen (Fe) im Aquarium sein?
PEP orientiert sich bei gut bepflanzten Aquarien an ungefähr 0,1 mg/l Fe.
Dieser Wert ist als praxisorientierter Richtwert zu verstehen und nicht als Konzentration, die zu jedem Zeitpunkt exakt messbar sein muss. Je nach verwendetem Dünger, Chelatierung, Pflanzenverbrauch und Zeitpunkt der Messung kann der gemessene Eisenwert deutlich schwanken.
Wichtig ist deshalb weniger, einen einzelnen Messwert exakt zu treffen, sondern eine zuverlässige und gleichmäßige Mikronährstoffversorgung sicherzustellen.
Was passiert bei Eisenmangel?
Eisenmangel zeigt sich häufig zuerst an den jungen Pflanzenteilen. Da Eisen innerhalb der Pflanze nur eingeschränkt verlagert werden kann, sind insbesondere neue Blätter und Triebspitzen betroffen.
Typisch können sehr helle, gelbliche oder nahezu weiß werdende junge Blätter sein. Häufig bleiben die Blattadern zunächst etwas stärker grün, während das Gewebe dazwischen heller wird. Dieses Erscheinungsbild wird als Chlorose bezeichnet.
Bei starkem oder länger anhaltendem Mangel kann das Wachstum deutlich nachlassen und neue Triebe können sich nur noch schwach entwickeln.
Eisen ist nur ein Teil der Mikronährstoffversorgung
Ein messbarer Eisenwert bedeutet nicht automatisch, dass alle Mikronährstoffe ausreichend vorhanden sind. Aquarienpflanzen benötigen neben Eisen unter anderem auch Mangan, Bor, Zink, Kupfer und Molybdän.
Eisen eignet sich deshalb zwar gut als Orientierungswert, ersetzt aber nicht eine vollständig zusammengesetzte Mikronährstoffversorgung.
Mehr zu den übrigen Spurenelementen findest du auf unserer Seite Mikronährstoffe & Spurenelemente.
Eisen und das Liebigsche Minimumgesetz
Auch bei Eisen gilt das Liebigsche Minimumgesetz: Der knappste notwendige Faktor begrenzt das Pflanzenwachstum.
Fehlt Eisen oder ein anderes essenzielles Spurenelement, können ausreichend vorhandenes Nitrat, Phosphat und Kalium diesen Engpass nicht ausgleichen. Das Pflanzenwachstum wird gebremst und der Verbrauch anderer Nährstoffe kann sinken.
Mehr zum Zusammenspiel der verschiedenen Nährstoffe findest du auf unserer Übersichtsseite Nährstoffe im Aquarium.
Eisen und Algen
Bei Eisen und Mikronährstoffen verfolgt PEP bewusst einen etwas zurückhaltenderen Ansatz als bei Nitrat oder Phosphat.
Aus unserer praktischen Erfahrung kann eine dauerhaft unnötig hohe Eisen- beziehungsweise Mikronährstoffversorgung in manchen Aquarien das Auftreten von Bart- oder Pinselalgen begünstigen.
Das bedeutet nicht, dass ein bestimmter Eisenwert automatisch Algen verursacht. Viele Aquarien reagieren unterschiedlich. Da eine Konzentration von ungefähr 0,1 mg/l Fe für eine zuverlässige Versorgung in der Regel ausreicht, besteht jedoch kein sinnvoller Grund, Eisen dauerhaft deutlich höher anzureichern.
Ist ein hoher Eisenwert problematisch?
Ein kurzfristig höherer Messwert ist nicht automatisch schädlich. Entscheidend ist, ob sich Eisen beziehungsweise Mikronährstoffe dauerhaft unnötig im Aquarium anreichern.
PEP empfiehlt deshalb nicht, Eisen nach dem Prinzip „mehr ist besser“ zu dosieren. Ziel ist eine ausreichende Versorgung der Pflanzen, ohne dauerhaft deutlich über dem tatsächlichen Bedarf zu liegen.
Insbesondere wenn gleichzeitig Bart- oder Pinselalgen auftreten, sollte neben CO₂, Strömung und organischer Belastung auch geprüft werden, ob die Mikronährstoffdüngung unnötig hoch ist.
Warum ist Eisen nicht immer zuverlässig messbar?
Eisen liegt in Pflanzendüngern häufig in chelatierter Form vor. Chelatoren stabilisieren Eisen im Wasser und verhindern, dass es sofort ausfällt oder unlöslich wird.
Je nach verwendeter Eisenverbindung und Messmethode kann ein handelsüblicher Eisentest jedoch nicht jede Form gleich gut erfassen. Außerdem wird Eisen nach der Düngung relativ schnell von Pflanzen aufgenommen, gebunden oder chemisch verändert.
Deshalb kann ein niedriger gemessener Fe-Wert trotz regelmäßiger Mikronährstoffdüngung vorkommen. Es ist nicht immer sinnvoll, allein aufgrund eines niedrigen Messergebnisses sofort deutlich mehr Eisen nachzudüngen.
Eisen immer zusammen mit den anderen Nährstoffen betrachten
Eine gute Mikronährstoffversorgung funktioniert nur im Zusammenspiel mit den übrigen Wachstumsfaktoren. Gesundes Pflanzenwachstum benötigt gleichzeitig ausreichend Nitrat (NO₃), Phosphat (PO₄), Kalium (K), CO₂ und Licht.
Ist beispielsweise Nitrat stark limitiert, führt zusätzliches Eisen nicht zu mehr Pflanzenwachstum. Stattdessen kann sich die Mikronährstoffversorgung unnötig erhöhen.
Eisen messen und richtig beurteilen
Der Eisenwert kann mit speziellen Fe-Tests oder photometrischen Messverfahren bestimmt werden. Bei der Interpretation sollte jedoch immer berücksichtigt werden, wann zuletzt gedüngt wurde und welcher Dünger beziehungsweise welche Eisenverbindung verwendet wird.
Ein einzelner Messwert ist deshalb nur eine Momentaufnahme. Pflanzenzustand, Wachstum, neue Blätter und die Entwicklung des Aquariums sind mindestens ebenso wichtig wie die reine Zahl auf dem Test.
PEP-Empfehlung für Eisen (Fe)
Als Orientierung für ein gut bepflanztes Aquarium empfiehlt PEP ungefähr 0,1 mg/l Fe.
- Eisen ausreichend, aber nicht unnötig hoch dosieren.
- Besonders auf junge Blätter und Triebspitzen achten.
- Einen niedrigen Messwert nicht automatisch mit stark erhöhter Nachdosierung beantworten.
- Bei Bart- oder Pinselalgen auch die Mikronährstoffversorgung überprüfen.
- Fe immer zusammen mit NO₃, PO₄, Kalium, CO₂ und Licht beurteilen.
Der ideale Eisenwert kann je nach Aquarium, Pflanzenbestand und verwendetem Dünger unterschiedlich sein. Die genannten etwa 0,1 mg/l sind deshalb als praxisorientierter Richtwert zu verstehen und nicht als starre Grenze.
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