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Mikronährstoffe und Spurenelemente werden von Aquarienpflanzen nur in sehr kleinen Mengen benötigt, sind für gesundes Wachstum aber unverzichtbar. Zu ihnen gehören unter anderem Eisen (Fe), Mangan, Bor, Zink, Kupfer und Molybdän.

PEP betrachtet die Mikronährstoffversorgung als wichtige Grundlage einer ausgewogenen Pflanzendüngung. Auch wenn einzelne Spurenelemente nur in sehr geringen Konzentrationen benötigt werden, kann ein Mangel das Pflanzenwachstum deutlich begrenzen.

Warum sind Mikronährstoffe so wichtig?

Spurenelemente übernehmen zahlreiche Aufgaben im Stoffwechsel der Pflanzen. Sie sind unter anderem an Enzymreaktionen, Photosynthese, Chlorophyllbildung, Zellteilung und verschiedenen Transportprozessen beteiligt.

Da Pflanzen diese Stoffe nur in kleinen Mengen benötigen, werden sie als Mikronährstoffe bezeichnet. „Mikro“ bedeutet jedoch nicht, dass sie weniger wichtig sind als Nitrat, Phosphat oder Kalium.

Fehlt ein essenzielles Spurenelement, kann dieser Mangel das Pflanzenwachstum genauso begrenzen wie ein fehlender Makronährstoff.

Welche Mikronährstoffe benötigen Aquarienpflanzen?

Zu den wichtigsten Spurenelementen für Wasserpflanzen gehören unter anderem:

  • Eisen (Fe)
  • Mangan (Mn)
  • Bor (B)
  • Zink (Zn)
  • Kupfer (Cu)
  • Molybdän (Mo)

Je nach Dünger können zusätzlich weitere Spurenelemente enthalten sein. Entscheidend ist weniger die isolierte Betrachtung eines einzelnen Stoffes, sondern eine möglichst vollständige und ausgewogene Versorgung.

Eisen ist nur ein Teil der Mikroversorgung

In der Aquaristik wird häufig vor allem der Eisenwert gemessen. Das ist praktisch, weil Eisen gut als Orientierungswert für die Mikronährstoffdüngung dienen kann.

Ein ausreichender Fe-Wert bedeutet jedoch nicht automatisch, dass auch alle anderen Spurenelemente in optimaler Menge vorhanden sind. Deshalb sollte eine gute Mikronährstoffdüngung nicht nur Eisen, sondern eine ausgewogene Mischung verschiedener Spurenelemente enthalten.

Mehr zum Thema Eisen findest du auf unserer Detailseite Eisen (Fe) im Aquarium.

Das Liebigsche Minimumgesetz gilt auch für Spurenelemente

Auch bei Mikronährstoffen gilt das Liebigsche Minimumgesetz: Der knappste notwendige Faktor begrenzt das Pflanzenwachstum.

Fehlt beispielsweise ein wichtiges Spurenelement, können ausreichend vorhandenes Nitrat, Phosphat, Kalium und Eisen diesen Engpass nicht vollständig ausgleichen. Das Wachstum kann trotz scheinbar guter Wasserwerte ins Stocken geraten.

Mehr zum Zusammenspiel aller Nährstoffe findest du auf unserer Übersichtsseite Nährstoffe im Aquarium.

Was passiert bei einem Mikronährstoffmangel?

Mangelsymptome bei Spurenelementen können sehr unterschiedlich aussehen. Möglich sind unter anderem helle oder gelbliche junge Blätter, Chlorosen, verkrüppelte neue Triebe, vermindertes Wachstum oder allgemein schwache Pflanzen.

Die genaue Zuordnung zu einem einzelnen Spurenelement ist in der Praxis jedoch oft schwierig. Viele Mangelsymptome ähneln sich oder können gleichzeitig auftreten.

Deshalb ist es meist sinnvoller, auf eine vollständige Mikronährstoffversorgung zu achten, statt einzelne Spurenelemente isoliert nachzudosieren.

Mikronährstoffe und Algen

Bei Mikronährstoffen gilt nicht automatisch „mehr ist besser“. Eine vollständige Versorgung ist wichtig, unnötig hohe Konzentrationen bringen den Pflanzen jedoch keinen unbegrenzten zusätzlichen Nutzen.

Aus unserer praktischen Erfahrung kann eine dauerhaft sehr hohe Mikronährstoffversorgung in manchen Aquarien das Auftreten von Bart- oder Pinselalgen begünstigen.

Das bedeutet nicht, dass Mikronährstoffe grundsätzlich Algen verursachen. Entscheidend ist vielmehr, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen, ohne die Konzentrationen unnötig stark ansteigen zu lassen.

Warum sind Spurenelemente oft schwer zu messen?

Viele Mikronährstoffe liegen im Aquarium nur in sehr geringen Konzentrationen vor. Für Mangan, Bor, Zink oder Molybdän sind im normalen Aquaristikalltag zudem kaum gebräuchliche Tests verfügbar.

Deshalb wird die Mikroversorgung häufig indirekt über die regelmäßige Dosierung eines ausgewogenen Volldüngers, den Pflanzenzustand und gegebenenfalls den Eisenwert beurteilt.

Zusätzlich können Chelatoren dafür sorgen, dass bestimmte Metallionen länger im Wasser verfügbar bleiben. Je nach Verbindung und Messverfahren werden diese Stoffe von handelsüblichen Tests unterschiedlich gut erfasst.

Mikronährstoffe immer zusammen mit den Makronährstoffen betrachten

Eine vollständige Mikroversorgung kann fehlende Makronährstoffe nicht ersetzen. Gesundes Pflanzenwachstum benötigt gleichzeitig ausreichend Nitrat (NO₃), Phosphat (PO₄), Kalium (K), CO₂ und Licht.

Ist einer dieser Faktoren stark limitiert, führt zusätzliche Mikronährstoffdüngung allein nicht zu mehr Pflanzenwachstum.

PEP-Empfehlung für Mikronährstoffe

PEP empfiehlt eine vollständige, regelmäßige und moderate Mikronährstoffversorgung. Als praktischer Orientierungswert dient dabei häufig ein Eisenwert von ungefähr 0,1 mg/l Fe.

  • Mikronährstoffe vollständig und nicht nur als reines Eisen zuführen.
  • Eine regelmäßige Versorgung ist meist sinnvoller als starke Einzelgaben.
  • Nicht unnötig hoch dosieren.
  • Mangelsymptome immer im Zusammenhang mit dem gesamten Pflanzenbild beurteilen.
  • Mikronährstoffe immer gemeinsam mit NO₃, PO₄, K, CO₂ und Licht betrachten.

Da die einzelnen Spurenelemente nur in sehr kleinen Mengen benötigt werden und im normalen Aquaristikalltag kaum separat gemessen werden können, ist eine ausgewogene Gesamtdüngung in der Regel sinnvoller als die isolierte Steuerung einzelner Mikronährstoffe.